Die Carlshöhe in Eckernförde.
Hoch über dem Windebyer Noor in Eckernförde, auf dem Gelände einer früheren Marinekaserne, ist ein außergewöhnlicher Ort für Kunst gewachsen.
Die Carlshöhe blickt auf eine bewegte Geschichte zurück – vom Gutsbetrieb über Jahrzehnte militärischer Nutzung bis zur heutigen Künstlerkolonie.
- Ursprung1897 – 1933
- 1897
Carl von Apé legt auf der Anhöhe eine Gärtnerei mit Ausflugslokal an – der Ursprung des Ortes.
- 1908
Der Hamburger Kaufmann Johann Heinrich Carl Freiherr von Schröder erwirbt das Gelände und gibt ihm seinen Namen – die „Carls-Höhe“, mit Sommervilla und Aussichtsturm.
- Militärische Nutzung1934 – 2001
- 1934/35
Das Gelände dient kurz der SA, bevor es 1935 an die Kriegsmarine geht. Es folgen Kasernenbau und Jahrzehnte militärischer Nutzung.
- 1945–56
Nach dem Krieg dient das Areal als Flüchtlingslager, Lazarett und Schule.
- 1956–2001
Ausbildungsstätte und Sitz von Spezialeinheiten der Bundesmarine, später Fernmeldeschule der Marine.
- 2001
Die Carlshöhe wird als Militärstandort aufgegeben und fällt in einen jahrelangen „Dornröschenschlaf“.
- Künstlerkolonieseit 2008
- 2008
Der Unternehmer Wolfram Greifenberg (1950–2023) erwirbt das rund 15 Hektar große Areal. Seine Vision: Aus der stillgelegten Kaserne soll ein lebendiger Stadtteil werden – ein Ort zum Wohnen, Arbeiten und Leben über dem Windebyer Noor. Die Kunst treibt vor allem seine Frau Marlies voran – sie wird zur treibenden Kraft der Galerie, die Wolfram ermöglicht; seine eigene Leidenschaft gilt der Musik.
- 2009
Die ersten neuen „Bewohner“ sind Künstler:innen: In Haus 44 entstehen die ersten Ateliers, während die Sanierung des Geländes beginnt. Als loser Zusammenschluss wächst die Kolonie – unabhängig, ohne Vereinszwang.
- 2010
In der umgebauten Turnhalle der ehemaligen Kaserne (Carlshöhe 47) eröffnet ein Veranstaltungsort – zunächst als „Piehls Showpalast“ – benannt nach Musikpädagogin Claudia Piehl, mit der Greifenberg die Halle entwickelte –, später als „CARLS“, verwaltet und vermietet von Dampsoft. Platz für bis zu 280 Gäste und eine 110 m² große Bühne – heute sind es nur noch bis zu 80 Plätze.
- 2011 & 2013
Wolfram Greifenbergs Musikleidenschaft prägt das Gelände: 2011 startet im CARLS die JAM Night, getragen vom Muckemacher e.V., den er fördert. Im Januar 2013 öffnet im Keller von Haus 78 das Tonstudio go!CARLS mit Proberäumen für die Musikszene. Zugleich bespielen Künstler:innen mit „Kunst am Noor“ das Ufer des Windebyer Noor; 2013 entsteht dort die Skulptur „Frühlingsfische“.
- bis 2019
Aus dem einen Atelierhaus 44 wächst die Kolonie auf drei Häuser – 44, 60 und 78. Haus 78 wird über alle Ebenen zum Kunsthaus: Das gesamte Obergeschoss wird kernsaniert und gezielt als Atelierhaus geplant und umgesetzt – die „Kunstgasse 78“ mit 15 Ateliers. Darunter eröffnet 2019 im Erdgeschoss die Galerie CARLS ART 78 mit 600 m² Ausstellungsfläche, im Keller liegen die Musik-Proberäume.
- 2023
Wolfram Greifenberg, Eigentümer und Motor der Carlshöhe, stirbt.
- 2025
In Haus 78 eröffnet die Galerie RIECK als Nachfolgerin von CARLS ART 78 – mit nordischer und skandinavischer Kunst.
- Heute
Aus dem Kasernengelände ist ein eigener Stadtteil Eckernfördes geworden: Neben den Ateliers entstanden Allee-, See- und Park-Wohnungen, Stadthäuser und das „Haus am Noor“ als Senioren- und Pflegeheim. 77 Kunstschaffende arbeiten in über 70 Ateliers in den Häusern 44, 60 und 78 – Wohnen, Arbeiten und Kunst stehen hier Seite an Seite, hoch über dem Windebyer Noor.
Ein Stadtteil mit der wohl größten Künstlerkolonie des Landes
Die Carlshöhe liegt im Nordwesten Eckernfördes, hoch über dem Windebyer Noor. Die Kieler Nachrichten und der shz nennen sie die wohl größte Künstlerkolonie des Landes.
- Adresse
- Carlshöhe, 24340 Eckernförde
- Atelierhäuser
- Carlshöhe 44, 60 und 78 (Kunstgasse 78) Die drei Häuser →
- Galerien & Orte
- Galerie RIECK in Haus 78, Veranstaltungsort CARLS in Haus 47 Galerien & Orte →
- Besuch
- Das Gelände ist frei zugänglich. Die Künstler:innen arbeiten eigenständig; gemeinsam öffnen die Ateliers zu den Offenen Ateliers und zur Langen Nacht der Kunst. Anfahrt & Besuch →
Von der Militäranlage zur Künstlerkolonie
Von der Militäranlage zur KünstlerkolonieNDR Nordtour · in der ARD Mediathek ansehen ↗Quelle: NDR Nordtour · ARD Mediathek (öffnet in neuem Tab). Die Verfügbarkeit in der Mediathek kann zeitlich begrenzt sein.
- shz · 18.09.2023Carlshöhe – die wohl größte Künstler-Kolonie des Landes ↗Bericht zu den Offenen Ateliers auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne.
- Kieler Nachrichten · 15.05.2019Carlshöhe Eckernförde wird zur größten Künstlerkolonie … ↗„Auf der Eckernförder Carlshöhe wächst die wohl größte Künstlerkolonie des Landes heran.“
- art24 · ReportageKünstlerkolonie Carlshöhe – ein Porträt ↗Mehrteiliger Bericht von Mitbegründerin Margit Buß über Vergangenheit und Gegenwart der Kolonie.
- schleswig-holstein.shKunstwochenende auf der Carlshöhe ↗Das Landesportal über Gruppenausstellung und Offene Ateliers der Kolonie.
- Natur & Kultur Carlshöhe e.V.Die Kunstschaffenden der Carlshöhe ↗Verzeichnis der im Verein organisierten Künstler:innen und ihrer Ateliers.